Bei der evangelischen Pfarrkirche in Weidenhain
handelt es sich um eine kleine Pfeilerbasilika,
sie wurde um 1200 errichtet.
Restaurierungsarbeiten erfolgten innen in der
Zeit von 1965 – 1970 und außen im Jahre 1983.
Die Kirche ist ein verputzter Bruchsteinbau.
Einige romanische Fenster sind noch erhalten,
die anderen wurden in der ersten Hälfte des
18.Jahrhunderts vergrößert. Der Querwestturm
besitzt Schallöffnungen sowie ein Satteldach
mit barocker Laterne. Im Inneren der Weidenhainer
Kirche sind große Teile einer Wandmalerei aus
dem 13.Jahrhundert erhalten, sie wurden in den
50er bzw. 60er Jahren des vergangenen
Jahrhunderts freigelegt. Hier findet sich auch
der gut erhaltene figürliche Grabstein des
kurfürstlich – sächsischen Forstmeisters
Thomas Meißner, welcher im Jahre 1607 verstarb.
An der südlichen Außenwand der Weidenhainer
Kirche sind zwei figürliche Kindergrabsteine
zu finden, ihre Entstehungszeit wird mit um
1557 angegeben.
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Weidenhain (TZ 17.11.2009). „Sie ist etwas Besonderes.
Ein wahres Juwel. Solch eine Kirche romanischen
Ursprungs findet man in unserer Region kaum noch.“
Nadja Kühne gerät förmlich ins Schwärmen, wenn
sie vom Weidenhainer Gotteshaus spricht. Und sie
muss es wissen. Als Diplom-Restauratorin hat die
Torgauerin sehr oft mit Kirchen zu tun, kennt die
vorhandenen Schätze im Territorium genau.
Weidenhain hat auf diesem Gebiet sehr viel zu
bieten. Nicht nur die Kirche an sich, die zwischen
1200 und 1250 erbaut wurde: Da ist auch die
freiliegende spätromanische Malerei, die dem Betrachter
im Inneren des betagten Gebäudes sofort ins Auge fällt.
Leider haben die Motive im Verlauf der Zeit enorm
gelitten. Die Farbe ist verblasst und der Putz droht
abzublättern, die Figuren sind kaum noch erkennbar.
Nur mit Mühe erahnt man, welche Szenen dargestellt
werden. Seit rund drei Wochen ist ein dreiköpfiges
Restauratoren-Team intensiv damit beschäftigt, die
Malereien zu sichern und zu retten. „Der reichhaltige
Bestand an figuraler Ausmalung legt ein seltenes
und wichtiges Zeugnis ab über die inhaltliche und
formale Bearbeitung christlicher Themen in dieser
Zeit“, so Nadja Kühne.
Bei Arbeiten im Jahr 1958 wurden in der Apsis
– der Altarnische – und im Chorraum romanische Malereien
teilweise freigelegt: „Das sichtbare Bildprogramm der
Kirche wird innerhalb mehrerer Ebenen gezeigt. Ganz oben
in der Apsis ist Christus in der Mandorla als Weltenrichter
zu sehen, der beidseitig von den vier Evangelisten und
deren Symbolen gerahmt wird: links Matthäus mit Mensch
und Markus mit Löwe, rechts Johannes mit Adler und Lukas
mit Stier. In der unteren Ebene folgen unter anderem
Darstellungen der zwölf Apostel. Auf der Nordwand im
Chorraum befinden sich eine Darstellung aus Mariä Verkündigung
und vermutlich Maria und Elisabeth“, erklärte die
Diplom-Restauratorin. Starke Schäden sind nicht nur
in der Apsis erkennbar.
Ein breiter Riss verläuft beispielsweise fast über
die gesamte Front und bedroht das übrige Mauerwerk.
Zudem haben die Restauratoren Hohlstellen ausgemacht.
Die Mitarbeiter einer Firma sollen demnächst den Riss
mit einer speziellen Technik verpressen, die Hohlstellen
verfüllen. Bereits vor vier Wochen wurden im Inneren
der Kirche Gerüste aufgestellt. „Auf der Grundlage
von Messbildern erstellen wir derzeit Pläne. Sie
dienen gleichzeitig als Kartierungsgrundlage für
den Bestand an Ausmalungen, Raumfassungen und
historischen Putzen. Daraus werden unter anderem auch
die restauratorischen Maßnahmen abgeleitet“,
beschrieb Nadja Kühne. Die Untersuchungen
hätten gezeigt, dass auf fast allen Innenwänden
der Kirche der romanische Putzbestand
(Putze des 13. Jahrhunderts) mit zugehöriger
differenzierter Ausmalung vorhanden ist.
Irgendwann sei ein weißer Anstrich aufgetragen
wurden, der die Motive bedeckt. Nun müsse man
entscheiden, wie attraktiv die originalen Darstellungen
noch sind, ob sie wieder dauerhaft zum Vorschein
kommen sollen. Dazu habe wahrscheinlich bei der
Restaurierung im Jahr 1958 das Geld gefehlt.
„Ein Problem, dass sich auch uns heute in ähnlicher
Weise stellt.“, erklärt die Süptitzer Pfarrerin
Monika Peisker „Wir müssen schauen, was finanziell
möglich und sinnvoll ist“. „Die jetzt begonnene
Notsicherung der Apsis ist der erste Abschnitt einer
größeren Sanierung“, macht die Pfarrerin deutlich.
Eine umfangreiche Innen- und Außensanierung ist in
den nächsten Monaten und Jahren dringend notwendig.
Das setzt allerdings auch die entsprechenden
finanziellen Mittel voraus. Ohne Unterstützung der
Bevölkerung geht es nicht. Schon vor einiger Zeit hat
die hiesige Kirchengemeinde daher eine Spendenaktion
ins Leben gerufen. Bislang konnte eine Summe von
etwas mehr als 2000 Euro von Privatpersonen und
Firmen zusammengetragen werden. „Das ist ein guter
Anfang, wir hoffen aber sehr, dass sich noch
weitere Weidenhainer zur Unterstützung ihrer Kirche
bereit finden.“ Für den derzeit laufenden Bauabschnitt
(Notsicherung) bestätigte das Landratsamt Nordsachsen
eine Förderung von knapp 50 Prozent. „Wir hoffen,
dass wir auch für die nächsten Sanierungsabschnitte
entsprechende Zuschüsse erhalten“, erklärte
Monika Peisker. Dringend notwendig seien in nächster
Zeit Arbeiten an der Dachkonstruktion und die Behebung
statischer Mängel, sowohl am Turm als auch am
Kirchenschiff selbst. Eine Untersuchung ergab starke
Schäden, beispielsweise durch Fäulnis und Insektenbefall.
„In den nächsten Jahren“, blickt Monika Peisker voraus,
„kommt noch viel Arbeit auf uns zu, für die wir einen
langen Atem brauchen!“
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